| Vorstellungswelt der Wikinger | nach den
Büchern: -"Die Götter der Wikinger" Auszüge aus der Snorra-Edda von Jón Þórisson -"Die Edda" Göttersagen, Heldensagen und Spruchweisheiten der Germanen von Brynjolfur Sveinsson -"Hrímfaxi" von Hermann Pálsson |
Am Anfang, bevor Himmel, Erde und Meer
geschaffen waren, gab es nur den unergründlichen Abgrund Ginnungagap, ohne Form und
Raum, zwischen
dem Feuerreich Muspell und der Nebelwelt Niflheim liegend. Der
Geist von Fimbultýr, dem allmächtigen Gott der Ewigkeit und Gott der Götter,
wandelte über der Tiefe. Von Niflheim her strömten
Eisflüsse und füllten Ginnungagap mit Eis und Reif, bis sie mit den
glühenden Flammen von Muspell in Berührung kamen.
Dies war vor dem Chaos.
Fimbultýr gab den schmelzenden Tropfen Leben. So wurde mitten in
Ginnungagap
der Riese Ýmir geboren. Er war böse. Von ihm stammt das Geschlecht der
Reifriesen ab.
Dies war das Chaos.
Am Anfang war Öde
Am Anfang war Öde,
nur endlose Leere,
weder Sand noch See
noch sanfte Woge;
nicht Erde unten
noch oben Himmel,
nur gähnender Abgrund
- Ginnungagap.
Zuerst gab es im Süden diejenige Welt, die man
Muspell nennt; sie ist hell und heiss. Dort lodert die
Flamme und brennt, und sie ist unbegehbar für alle, die dort nicht beheimatet
sind. Surt heisst der Riese, der an der Grenze lebt und
das Land beschützt. Er besitzt ein flammendes Schwert, und am Ende der Welt
wird er Krieg gegen die Götter führen und sie besiegen und die ganze Welt
mit seinen Flammen verbrennen.
So steht es in der Völuspá geschrieben:
Surt
kommt von Süden
mit flammendem Schwert;
im Schein der Sonne
die Klinge strahlt.
Gebirge bersten,
Bergriesen stürzen,
nach Hel gehn die Helden,
der Himmel klafft.
Der Teil des Ginnungagap, der gen Norden lag,
füllte sich mit der schweren Last von Eis und Reif; während weiter innerhalb
Stürme wüteten. Doch der südliche Teil des Ginnungagap war milde und hell,
dank der glühenden Funken, die aus Muspellsheim herüberwehten.
So wie die Kälte und alles Ungestüm aus Niflheim kam, so war der Teil, der
nach Muspellsheim wies, heiss und hell. Ginnungagap war dort so warm wie Luft
ohne Wind. Und wo sich der Reif und heisse Luft begegneten, da taute es und
fielen Tropfen. Und durch die Schöpferkraft dessen, der die Wärme spendete,
kamen die Tropfen zu Leben. Ýmir entstand in menschlichem Bild.
Ýmir war böse wie
alle aus seinem Geschlecht. Es wird erzählt, dass er in Schweiss ausbrach,
als er schlief; da wuchsen ihm unter dem linken Arm ein Mann und eine Frau,
und der eine Fuss zeugte mit dem anderen einen Sohn. Von diesen stammt das
Geschlecht der Reifriesen ab.
Als das Eis auftaute, da wurde zunächst die Kuh Audhumla
daraus, und vier Milchströme flossen aus ihrem Euter; davon ernährte sie Ýmir.
Sie leckte die Reifsteine ab, die salzig waren. Am ersten Abend kam aus dem
Gestein das Haar eines Menschen zum Vorschein, am zweiten Tag sein Kopf und am
dritten Tag ein ganzer Mann; der hiess Buri. Er war schön
von Gestalt, gross und stark. Er zeugte einen Sohn namens Bór,
und dieser bekam Bestla zur Frau, die Tochter des Riesen
Bölthorn.
Sie hatten drei Söhne: der erste hiess Óðinn, der
zweite Vili, der dritte
Ve. Óðinn
und seine Brüder sind die Lenker von Himmel und Erde. Denn so soll der
grösste und berühmteste Mann heissen.
Fimbultýr sprach: Der Riese muss erschlagen und
Ordnung geschaffen werden. Oðinn und seine Brüder
Ve und
Vile - Bórs Söhne -
versetzten Ýmir die tödlichen Wunden und aus seinem Körper schufen sie die
Welt: aus seinem Fleisch die Erde; aus dem Blut das Meer; aus seinen Knochen
die Berge; aus seinem Haar die Bäume; aus seinem Schädel das
Himmelsgewölbe; aus seinen Augenwimpern eine Festung, die sie Midgard
nannten. Aus zwei Bäumen schufen die Götter Mann und Frau und flössten
ihnen Atem ein. Den Mann nannten sie Ask und die Frau Embla. Von ihnen stammt
das Menschengeschlecht ab, das bis zum Ende der Welt in Midgard leben wird.
Dies war der Kosmos.
Schöpfung von Himmel und Erde
Bórs Söhne
erschlugen den Riesen Ýmir und warfen ihn mitten
ins Ginnungagap und schufen aus ihm die Erde; aus
seinem Blut das Meer und die Seen, aus seinem Fleisch das feste Land, die
Berge aus seinen Knochen und Gestein und Gröll aus seinen Zähnen und
Kinnbacken und aus solchen Knochen, die zerbrochen waren.
Aus dem Blut, das aus seinen Wunden rann, schufen sie das Weltmeer und legten
es aussen rundherum um die Erde. Sie umgürteten damit die Erde und banden
sie. So gross ist das Meer, dass es die meisten Menschen unmöglich dünken
mag, es zu überqueren.
Sie nahmen auch seinen Schädel und schufen daraus den Himmel und stülpten
ihn an allen vier Ecken über die Erde, und unter jede Ecke setzten sie einen
Zwerg. Die heissen Austri,
Vestri,
Nordri und Sudri. Dann nahmen sie sprühende
Funken, die aus Muspellsheim kamen und lose
herumflogen, und festigten sie am Himmel, oben und unten, um damit Himmel und
Erde zu beleuchten.
All diesen Sternen wiesen sie einen Platz zu, einigen am Himmel, anderen in
freier Bahn darunter. Ein jeder bekam seine Bahn zugewiesen. So steht es in
alten Gedichten, dass man mit ihrer Hilfe Tag und Nacht unterschied und die
Anzahl der Jahre.
Die Erde ist aussen kreisrund und ringsherum von tiefem Meer umgeben. Den
Meeresstrand gaben die Götter den Riesen zur Wohnstatt. Aber drinnen auf der
Erde bauten sie eine Schutzwehr gegen die feindseligen Riesen. Diese
Schutzwehr schufen sie aus den Augenwimpern Ýmirs
und nannten sie Midgard. Sie nahmen auch sein Gehirn
und warfen es in die Luft und machten daraus die Wolken.
Schöpfung der Menschen
Als Bórs Söhne am Meeresstrand
entlang gingen, fanden sie zwei Baumstämme. Sie nahmen die Stämme und schufen
daraus Menschen. Der erste flösste ihnen Atem und Leben ein, der zweite
Verstand und Beweglichkeit, der dritte Gestalt und Sprache, Gehör und Gesicht.
Sie gaben ihnen auch Kleider und Namen.
Den Mann nannten sie Ask und die Frau Embla.
Von ihnen stammt das Menschengeschlecht, dem sie Midgard
zur Wohnstatt gaben.
Bis drei kamen
aus dieser Runde
der Mächtgen und Milden
zum Meeresstrand.
Fanden am Ufer
die Asengötter
Ask und Embla
ohn' eigenes Leben.
Nicht Seele noch Sinn
sie besassen,
nicht Laut noch Leben
noch leuchtende Farben;
Óðinn gab Seele,
Hönir den Sinn,
Blut gab Loður
und blühende Farben.

I. Alfheim, die Welt der
Lichtalben, und
Gimle
II. Muspell, das Feuerreich
IV. Vanaheim, die Welt der Vanen
V. Mannheim, die Welt der Menschen (Midgard)
VI. Jötunheim, die Welt der Riesen
VII. Die Welt der Schwarzalben
VIII. Hel, die Unterwelt
IX. Niflheim, die Nebelwelt
Die Götter
bauten sich eine Burg mitten in der Welt und nannten sie Asgard. Einige
gehörten zum mächtigen Geschlecht der Asen: der Allvater
Oðinn und Frigg,
seine Frau; Þór mit seinem Hammer Mjöllnir;
Baldur, der Gute; der
einhändige Týr; Bragi, der Dichter;
Iðunn mit den Äpfeln, die ewige Jugend
spenden, und Heimðal, der Hüter von Asgard.
Andere gehören zum vornehmen und freundlichen Geschlecht der
Vanen:
Njörd, Frey
und Freyja, die Liebesgöttin. Doch mitten in
Asgard lebte auch Loki, ein Freund der Riesen, der mit seinen giftigen Lügen
Unheil über die Götter brachte.
All diese Götter wurden von den Wikingern verehrt und ihnen gaben sie Opfer.
Und jeder Gott spendete den Segen, der in seiner Macht stand.
Viðar, Höður, Hönir, Loki, Bragi, Baldur, Óðinn, Heimðal, Týr, Ullur, Mimir, Þór
Óðinn und Frigg
Óðinn, der höchste und älteste von allen
Göttern heisst in deutsch Allvater; im alten Asgard aber hatte er zwölf Namen.
Er lebt in alle Ewigkeit, herrscht über sein ganzes Reich und waltet über alle
Dinge, grosse und kleine.
Er schuf Himmel und Erde und die Luft und alles, was darin ist.
Das Grösste aber ist, dass er den Menschen schuf und ihm Geist einhauchte, der
bleiben soll und nie vergeht, auch wenn der Leib zu Erde verwest oder zu Asche
verbrennt. Auch sollen alle Menschen, die rechtschaffen sind, bei ihm leben, an
dem Ort, der Gimle oder
Vingolf heisst. Aber die bösen Menschen fahren zu
Hel
und von dort hinunter nach Niflheim in die neunte Welt.
Seine Frau heisst Frigg, und von ihnen stammt das Geschlecht der
Asen ab; es
wohnt in Asgard und all den Gebieten, die dazugehören. Dieses Geschlecht ist
göttlicher Herkunft.
Óðinn heisst Allvater, denn er ist der Vater aller Götter. Er wird auch
Walvater genannt, denn alle, die im Kampfe fallen, werden von ihm als Sohnes
Statt aufgenommen. Sie werden mit
Óðinn zusammen in Walhalla und
Vingolf wohnen und
Einherier
genannt.
Óðinns Wohnstätte heisst Valaskjalf, dort
befindet sich auch sein Hochsitz Hlidskjalf, von wo aus er die ganze Welt
überblicken kann.
Óðinn
gehören die beiden Wölfe Geri
und Freki, die Raben Huginn und Munin und das achtbeinige Götterpferd
Sleipnir. Sein Speer, der immer sein Ziel trifft, heisst Gungnir.
Geri und Freki - Óðinns Wölfe
Die Nahrung, die auf Óðinns Tisch steht, gibt er den zwei gierigen Wölfe, die ihm gehören. Denn er selber bedarf keiner Speise, der Wein ist ihm Speise und Trank.
Geri und Freki füttert der
krieggewohnte
Herrliche Heervater,
Da nur von Wein der waffenhehre
Óðinn ewig lebt.
Huginn und Munin - Óðinns Raben
Zwei Raben sitzen auf Óðinns Schultern und flüstern ihm alle Neuigkeiten ins Ohr, die sie zu sehen oder zu hören bekommen. Er schickt sie bei Tagesanbruch aus, in alle Welten zu fliegen, und zum Frühstück kehren sie wieder zurück; so erfährt er, was Neues geschieht. Darum wird er von den Menschen auch Rabengott genannt.
Huginn und
Munin müssen jeden
Tag
Über die Erde fliegen.
Ich fürchte, dass Huginn nicht nach Hause kehrt;
Doch sorg ich mehr um Munin.
Sleipnir - Óðinns achtbeiniges Pferd
Sleipnir ist Óðinns Pferd und der beste Gæðingur. Er entstand, indem der Gott Loki sich in der Gestalt einer Stute dem Hengst Svaðilfari im Wald näherte, um jenen von seiner Aufgabe bei einem Riesen abzulenken.
Es war aber Loki gewesen,
der auf Svaðilfari
zugelaufen kam,
und er gebar nach einiger Zeit ein Fohlen,
das war grau
und hatte acht Beine,
und es ist das beste Ross bei Göttern und
Menschen.
Þór und Sif
Þór ist der Sohn von Óðinn und Sif seine Frau. Niemand kann sagen, von wem Sif abstammt. Sie war die schönste aller Frauen, ihr Haar war wie Gold. Þór ist der stärkste von allen Göttern und Menschen. Sein Reich ist Þruðvang und sein Palast heisst Bilskirnir. Dieser Palast hat fünfhundertundvierzig Gemächer und ist das grösste Gebäude, das Menschen je errichtet haben. So heisst es im Grimnir-Lied:
Fünfhundert Räume
und viermal zehn
hat Bilskirnirs Bau im Ganzen;
von allen Hallen,
die Dächer haben,
ist meines Sohnens Haus am höchsten.
Þór
hat zwei Ziegenböcke, die
seinen Wagen ziehen; darum wird er auch Wagen-Thor genannt.
Auch hat er drei besonders kostbare Kleinodien. Das erste ist der Hammer
Mjöllnir, der von den Reif- und Bergriesen sogleich bemerkt wird, wenn
Þór
ihn schwingt; was nicht verwundert, denn Þór hat damit manchen Schädel ihrer
Väter oder Verwandten zertrümmert. Das zweite Kleinod ist der Kraftgürtel;
wenn er sich diesen anlegt, bekommt er die doppelte Götterkraft. Ferner besitzt
er eine dritte, ganz wertvolle Kostbarkeit; das sind seine Eisenhandschuhe; ohne
diese vermag er nicht den Schaft des Hammers zu fassen.
Doch niemand ist so klug, dass er all seine Grosstaten aufzählen könnte.
Baldur ist der Sohn von
Óðinn und Frigg, seine Frau ist Nanna und sein Sohn
Forseti. Er besitzt das Schiff
Hringhorni und den Goldring Draupnir. Er ist der Gott der Trauer.
Von ihm gibt es nur Gutes zu sagen. Er ist der Beste und wird von allen
gelobt. Er ist so schön von Antlitz und so hell, dass ein Schein von ihm
ausgeht. Eine einzige Blume, die Kamille, ist so licht, dass sie Baldurs
Brauen gleichkommt; sie ist die lichteste aller Blumen. Davon kann man auf
seine Schönheit, des Haares wie auch des Leibes, schliessen.
Er ist der klügste der Asen, beredt und voller Mitleid. Doch es gehört auch
zu seinen Eigenschaften, dass seine Urteile keinen Bestand haben. Seine
Wohnstatt im Himmel heisst Breidablik. Dort gibt es nichts Unreines, wie es im
Grimnir-Lied heisst:
Die siebente ist Breidablik:
da hat Baldur sich
Die Halle erhöht
In jener Gegend, wo der Greuel ich
Die wenigsten lauschen weiss.
Unter den Asen lebt der
Vane Njörd.
Er wohnt im Himmel an dem Ort, der Noatun
heisst. Er lenkt die Bahn des Windes
und beruhigt das Meer und das Feuer; ihn soll man um glückliche Seefahrt und
Fischfang anrufen.
Njörds Frau heisst Skadi, eine Tochter des Riesen Þjassi.
Skadi wollte die
Wohnstatt behalten, die ihrem Vater gehört hatte, irgendwo in den Bergen, dort,
wo es Þrymsheim
heisst. Njörd aber wollte nahe am Meer wohnen. So kamen sie
überein, jeweils neun Tage in Þrmsheim und die nächsten neun Tage in
Noatun
zu verbringen. Aber als Njörd aus den Bergen nach Noatun zurückkam, sagte er:
Leid der Berge
bleib ich nicht lang',
neun Nächte nur;
heiterer schien mir
als des Heulen der Wölfe
der Schwanengesang.
Darauf sagte Skadi:
Nicht schlafen konnt' ich
am Meeresstrand
vor Vogelkreischen;
es weckte mich
die weitgereiste
Möwe am Morgen.
Darauf zog Skadi wieder hinauf in die Berge und wohnte in Þrymsheim. Sie läuft viel Ski und geht mit Pfeil und Bogen auf Jagd.
Frey - Gott der Fruchtbarkeit
Njörd in Noatun bekam zwei Kinder, der Sohn hiess Frey und die Tochter Freyja. Sie waren schön anzusehen und mächtig.
Frey ist der berühmteste der Vanen und Asen. Er waltet über Regen und Sonnenschein und über der Fruchtbarkeit der Erde. Ihn soll man um Erntesegen und Frieden anrufen. Er befindet auch über den Wohlstand der Menschen.
Einige Zwerge, Söhne
Ivalds, bauten
das Schiff Skiðblaðnir und schenkten es Frey. Es ist so
gross, dass alle Asen
mitsamt ihren Waffen und Rüstungen Platz darin haben. Sobald das Segel gehisst
ist, bekommt es Fahrtwind, wohin man auch fahren will. Aber wenn man mit ihm
nicht aufs Meer fahren mag, so kann man es wie ein Tuch zusammenfalten und in
der Tasche tragen; aus so vielen Dingen und mit so grosser Sorgfalt ist es
gefertigt worden.
Skiðblaðnir ist ein gutes Schiff, und gar grosse Zauberei muss dazu gehört
haben, es zu schaffen.
Freyja - Die Liebesgöttin
Freyja ist die schönste der Vanen, sowie auch der Asinnen; ihre Wohnstatt im Himmel heisst Folkvang. Wenn sie zum Kampf ausreitet, bekommt sie die Hälfte der Gefallenen - die andere Hälfte gehört Óðinn, so wie es im Grimnir-Lied steht:
Folkvang heisst es,
wo Freyja weist
die Sitze im Saal;
von den toten Helden
wählt sie die Hälfte,
die anderen fallen Óðinn zu.
Ihr Saal Sessrumnir ist gross und
schön. Wenn sie ausfährt, spannt sie zwei Katzen vor ihren Wagen. Sie ist
denen gut gewogen, die sie anrufen. Von ihrem Namen wird die Ehrenbezeichnung
abgeleitet, dass man vornehme Frauen fróvur (Frau) nennt. Gut gefallen ihr
Liebeslieder. Es ist gut, sie in Liebesangelegenheiten anzurufen.
Freyja ist die vornehmste nach Frigg. Sie war mit dem Manne vermählt, der
Óður
heisst; ihre Tochter ist Hnoss.
Óður zog weit fort in die Ferne, und Freyja
weinte ihm nach, und ihre Tränen waren rotes Gold. Freyja hat viele Namen; der
Grund ist, dass sie sich auf der Suche nach Óður unter unbekannten Völkern
bald den einen, bald den andern Namen gab. Freyja besitzt den
Brisingenschmuck.
Man nennt sie auch Vanengöttin.
Dann gibt es noch den Asen, der
Týr
heisst. Er ist sehr kühn und tapfer und entscheidet über den Sieg in Kriegen.
Kämpfer tun gut daran, ihn anzurufen. Wer mutig ist und vor keiner Gefahr
scheut, von dem sagt man, er sei "tapfer wie Týr". Und wer weise ist,
von dem sagt man, er sei so "klug wie Týr".
Ein Beweis seiner Tapferkeit ist dies: Als die Asen den Fenriswolf dazu
überlisteten, sich die Fessel Gleipnir anlegen zu lassen, da argwöhnte der
Wolf, sie würden ihn nicht wieder losbinden, bis sie ihm die Hand Týrs als
Pfand in den Rachen legten. Aber als dann die Asen den Wolf nicht wieder
losbinden wollten, da biss er die Hand ab.
Seither ist Týr einhändig, und er gilt nicht als Friedensstifter.
Bragi und Iðunn
Ein weiterer Ase heisst
Bragi. Er
ist berühmt für seine Klugheit, vor allem aber für seine Beredsamkeit und
Wortkunst. Er versteht sich am besten auf die Dichtkunst, die nach ihm benannt
ist.
Anfänglich lebten die Götter mit dem Volk der Vanen in Unfrieden. Schliesslich
vereinbarten sie ein Treffen und schlossen Frieden; sie besiegelten den Frieden,
indem beide Parteien zu einer Schüssel gingen und hineinspuckten. Und als sie
sich trennten, da wollten die Götter dieses Friedenszeichen nicht verkommen
lassen, und sie schufen einen Menschen aus dem Speichel, der hiess Hvasir. Er
war so klug, dass keiner ihm eine Frage stellen konnte, die er nicht beantwortet
hätte. Er reiste weit um die Welt, um den Menschen Wissen zu vermitteln. Als er
einmal zu einer Einladung bei den Zwergen ging, da nahmen diese ihn vertraulich
beiseite und töteten ihn. Sie liessen sein Blut in zwei Schüsseln und einen
Kessel rinnen. Sie mischten Honig unter das Blut, und daraus entstand Met,
welcher jeden, der davon trinkt, zum Dichter oder Gelehrten macht.
Óðinn schenkte den Dichtermet den Asen und denjenigen Menschen, die wirklich
dichten können.
Bragis Frau ist Iðunn; sie verwahrt in ihrem Eschenholzkästchen die Äpfel, in
welche die Götter beissen müssen, wenn sie altern; dann werden sie alle wieder
jung, und so währt es bis zum Weltuntergang Ragnarök.
Heimðal - Hüter der Götter
Von neun Müttern bin ich
geboren,
von neun Schwestern bin ich der Sohn.
Einer heisst Heimðal, auch der
weisse Ase genannt; er ist gross und heilig. Er wurde von neun Mädchen geboren,
die Schwestern waren. Man nennt ihn auch Gullintanni, denn seine Zähne sind aus
Gold. Sein Pferd heisst Gulltopp. Er wohnt auf Himinbjörg bei der Brücke
Bifröst. Er ist der Wächter der Götter und wohnt dort am Himmelsrand, um die
Brücke vor den Bergriesen zu schützen. Er bedarf weniger Schlaf als ein Vogel.
Er sieht gleich gut bei Nacht wie bei Tage, hundert Meilen weit. Er hört auch
das Gras auf der Erde und die Wolle der Schafe wachsen, mithin alles, was lauter
tönt. Er besitzt das Horn Gjallarhorn, dessen Schall man in aller Welt
vernimmt.
Heimðals Schwert wird "Kopf" genannt. Im Grimnir-Lied heisst es:
Himinbjörg heisst es,
wo Heimðal herrscht
und seine Wohnstatt waltet;
im behaglichen Hause
der Götterhüter
den guten Met geniesst.
Höður heisst einer der Asen; er ist blind, doch sehr stark. Die Götter würden sich wünschen, dass sein Name nicht genannt werden müsste; denn was er getan hat wird bei Göttern und Menschen lange in Erinnerung bleiben: er war derjenige, welcher durch Lokis Überlistung Baldur mit dem Mistelzweig erschoss.
Ein anderer heisst Viðar, der schweigsame Ase. Er besitzt einen festen Schuh und ist fast so stark wie Þór. Den Göttern ist er eine grosse Stütze in allen Gefahren. Er ist derjenige, dem es bei der Götterdämmerung gelingt, den Fenriswolf zu töten, indem er seinen Fuss auf dessen Unterkiefer setzt und von Hand den Rachen entzwei reisst.
Ein weiterer heisst Vali und ist ein Sohn von Óðinn und Rind. Er ist kühn im Kampf und ein treffsicherer Schütze.
Ullur heisst ein Sohn von Sif und Stiefsohn Þórs. Er ist ein so guter Bogenschütze und Skiläufer, dass sich niemand mit ihm messen kann. Er ist auch schön anzusehen und ein tüchtiger Krieger; es ist gut, ihn im Zweikampf anzurufen.
Forseti heisst der Sohn von Baldur und Nanna. Er bewohnt den Saal im Himmel, der von goldenen Säulen gestützt ist, ein silbernes Dach trägt und Glitnir heisst. Und alle, welche zu ihm mit Streitigkeiten kommen, gehen versöhnt wieder fort. Bei ihm ist der beste Gerichtshof von Göttern und Menschen.
Auch wird der zu den Asen gezählt,
den einige als den Unheilstifter unter den Asen bezeichnen, der lauter Betrug
ausheckt und als der Ursprung allen Übels gilt, eine Schande für Götter und
Menschen. Er heisst Loki und ist ein Sohn des Riesen Farbauti. Seine Mutter ist
Laufey, seine Brüder sind Byleist und Helblindi. Seine Frau heisst
Sigyn und ihr Sohn
ist Narvi. Loki ist schmuck und schön
von Gestalt, aber schlecht von Charakter und gänzlich unberechenbar.
Loki übertraf alle anderen an Schlauheit; in allen Lagen gebrauchte er List. Er
brachte die Asen immer wieder in grosse Schwierigkeiten, aber oft half er ihnen
mit verschlagenen Kniffen aus der Klemme.
Loki hatte noch weitere Kinder. Angurboda hiess ein Trollweib in
Jötunheim. Mit
ihr zeugte Loki drei Kinder; das eine war der Fenriswolf, das zweite die
Midgardschlange und das dritte Hel. Aber als die Götter erfuhren, dass diese
drei Geschwister in Jötunheim aufwuchsen, und ihnen prophezeit wurde, dass
ihnen von diesen Geschwistern viel Schaden und Unglück zustossen würde, da
schien es allen, sie hätten grosses Übel zu erwarten. Da sandte Óðinn die
Götter aus, um diese Kinder zu fassen und zu ihm zu bringen. Und als sie zu ihm
gekommen waren, da warf er die Schlange ins tiefe Meer;
Hel warf er hinab nach
Niflheim und gab ihr die Herrschaft über die neunte Welt. Den Wolf zogen die
Asen bei sich zuhause auf, und einzig Týr hatte den Mut, sich ihm zu nähern
und ihm zu fressen zu geben.
Loki
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Fenriswolf
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Midgardschlange
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Die meisten der Götter wurden auf dem
Schlachtfeld verehrt. Um Kampf drehte sich das Leben der Wikinger, und dort
hofften sie, eines Tages zu sterben. Denn wem die Schicksalsnornen
erlaubten, mit
dem Schwert in der Hand zu fallen, der musste nicht in die Finsternis von Hel
hinabsteigen, sondern wurde von den Walküren nach Walhalla getragen. Dort
konnte er in Gesellschaft der Götter sein irdisches Leben fortsetzen.
Als Einherier
durfte er an festlicher Tafelrunde sitzen, wo das Trinkhorn mit Met überlief,
wo Worte der Weisheit gesprochen wurden und kriegerische Spiele mit scharfem
Schwert und Speer zur Unterhaltung gehörten.
Am Urðbrunnen
unter der Weltesche Yggdrasill
trafen sich die Götter, um zu beraten. Dort weilten auch die drei Schicksalsnornen Urður, Verðandi und
Skuld.
Die Götter verliessen Asgard
nur im Dienst
der Liebe oder zum Krieg gegen die Riesen, ihren Feinden seit Anbeginn der
Welt. So lebten die Götter wie die Krieger auf Erden, nur dass Iðunns Äpfel ihnen
ewige Jugend verliehen.
Die Götter schufen sich in der
Mitte der Welt eine befestigte Stadt, die sie Asgard
nannten. Dort wohnten die Götter und ihr Geschlecht, und dort trug sich
manches zu, von dem auf Erden und im Himmel erzählt wird. Dort gibt es eine
Stätte, die Hlidskjalf
heisst, und wenn sich Óðinn
dort auf den Hochsitz setzte, überblickte er die ganze Welt und jedermanns
Tun und Treiben und durchschaute alle Dinge, die er sah.
Als Asgard gebaut war, setzte Óðinn
Regenten ein und gebot ihnen, mit ihm zusammen die Geschicke der Menschen zu
lenken und über die Stadt zu gebieten. Das war auf dem sogenannten Idafeld,
mitten in der Stadt. Ihr erstes Werk war, einen Tempel zu bauen, in dem sich
ihre Sitze befanden, Allvaters Hochsitz und zwölf andere Sitze. Das ist das
bestgebaute und grösste Gebäude auf Erden; aussen und innen aus reinem Gold.
Diese Stätte nennen die Menschen Gladsheim. Noch ein anderes Gebäude
errichteten sie, eine Opferstätte der Göttinnen, die wunderschön anzusehen
war. Dieses Gebäude nennen die Menschen Vingolf.
Dort ist ferner ein Saal, der Valaskjalf genannt wird; er ist in Óðinns Besitz. Die Götter errichteten ihn und deckten ihn mit reinem Silber. In diesem Saal befindet sich auch der Hochsitz Hlidskjalf. Und wenn Allvater sich auf diesen Sitz setzt, blickt er über die ganze Welt. Am südlichen Himmelsende steht der allerschönste Saal, leuchtender als die Sonne; er heisst Gimle. Er wird noch stehen, wenn Himmel und Erde vergangen sind, und dort werden die guten und rechtschaffenen Menschen für alle Zeiten wohnen.
Als nächstes machten sie sich daran, Schmiedeessen zu errichten, und ausserdem stellten sie Hammer, Zange und Amboss her und darauf alle anderen Werkzeuge. Damit bearbeiteten sie Metall, Stein und Holz und jenes Metall, das Gold heisst, und zwar in solcher Fülle, dass all ihr Hausgerät und Reitgeschirr aus Gold war. Diese Epoche wird das Goldene Zeitalter genannt, bis es verdorben wurde, als die Frauen aus Jötunheim kamen.
Bifröst - Die Himmelsbrücke
Die Götter bauten eine Brücke von der Erde
zum Himmel, Bifröst genannt. Sie kennt jeder. Regenbogen heisst sie bei den
Menschen. Sie hat drei Farben, ist sehr stark und mit mehr Geschick und Kunst
gefertigt als andere Bauten.
Aber wie stark sie auch ist, sie wird doch brechen, wenn Muspells-Söhne hinüberreiten.
Ihre Pferde müssen dann über grosse Flüsse schwimmen, aber sie kommen hinüber.
Bifröst ist eine gute Brücke, aber kein Ding auf dieser Welt vermag den Muspells-Söhnen standzuhalten, wenn sie zum Krieg ausziehen.
Das Rot, das man im Regenbogen sieht, ist brennendes Feuer. Hinauf in den
Himmel stürmen würden die Reifriesen und Bergriesen, wenn
Bifröst für
alle, die wollten, begehbar wäre. Manch schöne Stätten gibt es im Himmel,
und alle stehen unter göttlichem Schutz.
In Alfheim wohnt das Volk der Lichtalben; die Schwarzalben dagegen wohnen unter der Erde und sind ihnen im Aussehen nicht ähnlich und noch weniger im Charakter. Die Lichtalben sind schöner anzusehen als die Sonne; die Schwarzalben dagegen sind schwärzer als Pech.
Es gibt noch eine Stätte mit dem Namen Breidablik; eine schönere kann man nicht finden. Ein anderer Ort heisst Glitnir; seine Wände, Säulen und Pfeiler sind aus rotem Gold und das Dach aus Silber. Dann gibt es dort auch noch Himinbjörg, am Himmelsrand gelegen, am Fusse der Himmelsbrücke Bifröst.
Man berichtet, es gebe einen zweiten Himmel, südlich und oberhalb dieses Himmels, uns sogar einen dritten darüber. Doch nur die Lichtalben wohnen dort oben.
Der Götter vornehmste und heilige
Stätte befindet sich bei der Esche Yggdrasill; dort
halten die Götter jeden Tag Rat.
Diese Esche ist der grösste und beste von allen Bäumen. Ihre Zweige breiten
sich über die ganze Welt und reichen hinauf zum Himmel. Drei Wurzeln halten
den Baum aufrecht und erstrecken sich weithin. Die eine reicht zu den Asen,
die andere zu den Reifriesen, wo vormals Ginnungagap
war; die letzte erstreckt sich über Niflheim.
Unter der Wurzel, die sich zu den Reifriesen
erstreckt, befindet sich der Mimirbrunnen, der Klugheit und Verstand spendet.
Mimir heisst der Besitzer des Brunnens. Er ist voller Weisheit, da er täglich
mit dem Gjallarhorn aus dem Brunnen trinkt. Dorthin kam
Allvater und erbat
sich einen Trunk aus dem Brunnen. Er bekam diesen erst, als er eines seiner
Augen als Pfand hinterlegte. So steht es in der Völuspá geschrieben:
Wohl weiss ich, Óðinn,
wo dein Auge blieb,
im meist gerühmten
Mimirbrunnen.
Met trinkt Mimir
an jedem Morgen,
wo Valvater Pfand hinterliess.
Wisst ihr, was dies bedeutet?
Unter der
Wurzel der Esche, die über
Niflheim steht, befindet sich der Brunnen Hvergelmir.
Die dritte Wurzel reicht
zum Himmel zu den Asen, und unter dieser Wurzel befindet sich der Brunnen, der überaus
heilig ist und Urðbrunnen
heisst. Dort halten die Götter Rat. Jeden
Tag reiten sie dort hinauf über die Brücke Bifröst, die darum auch
Asenbrücke heisst.
Ein schönes Haus steht unter der Esche beim Brunnen, von dort kommen drei Jungfrauen, die Urður (Vergangenheit), Verðandi (Gegenwart) und Skuld (Zukunft) heissen. Sie bestimmen das Schicksal der Menschen und werden Nornen genannt. Es gibt noch weitere Nornen, die zu jedem Kind kommen, das geboren wird, um sein Schicksal zu bestimmen. Die einen sind göttlicher Herkunft, andere gehören zum Geschlecht der Alben und die dritten zu den Zwergen, wie in der Völuspá geschrieben steht:
Von ungleicher Herkunft
halt ich die Nornen,
und nicht von gleichem Geschlecht;
die einen sind Asen,
die anderen Alben
und Töchter Dvalins die dritten.
Wenn die Nornen das Schicksal der
Menschen bestimmen, dann verteilen sie es überaus ungleich. Denn einige
erhalten ein gutes und ruhmreiches Leben, andere aber ernten wenig Lohn und
Lob; einige haben ein langes Leben, andere ein kurzes. Gute Nornen von edler
Herkunft geben ein gutes Schicksal. Am Unglück der Menschen sind aber die
bösen Nornen Schuld.
Auch wird erzählt, dass die Nornen, die am Urðbrunnen
wohnen, jeden Tag Wasser aus dem Brunnen schöpfen und ebenso nassen Schlamm,
der um den Brunnen liegt, und damit die Esche begiessen, dass ihre Zweige
nicht verdorren oder faulen.
Eine Esche weiss ich, heisst Yggdrasill,
Den hohen Baum netzt weisser Nebel;
Davon kommt der Tau, der in die Täler fällt.
Immergrün steht er über Urðs Brunnen.
Davon kommen Frauen, vielwissende,
Drei aus dem See dort unterm Wipfel.
Urður heisst die eine, die andre Verðandi:
Sie schnitten Stäbe; Skuld hiess die dritte.
Sie legten Lose, das Leben bestimmten sie
Den Geschlechtern der Menschen, das Schicksal verkündend.
(Völuspá)
Alle Männer, die seit Anbeginn
der Welt im Kampfe gefallen sind, finden sich bei Óðinn
in Walhalla ein. Ihre Zahl ist gross und
wird noch viel grösser werden, und dennoch wird ihre Zahl nicht genügen,
wenn der Wolf kommt.
Doch niemals ist die Menschenmenge in Walhalla so
gross,
dass das Fleisch des Ebers Sæhrimnir nicht ausreichen würde. Er wird jeden
Tag gesotten und ist doch am Abend wieder unversehrt!
Jeden Tag, nachdem sich die
Einherier gekleidet haben, legen sie die Rüstung an, gehen in den Hof hinaus und kämpfen. Einer
erschlägt den andern; das ist ihr Zeitvertreib. Aber wenn die Zeit zum
Frühstück kommt, dann reiten sie wieder heim nach Walhalla und setzen sich
zum Trunk.
Dann sind dort noch die Dienerinnen in Walhalla, die den Trank bringen und
für Gedeck und Biergefässe sorgen. Diese heissen Walküren
(Valkyrja). Óðinn
schickt sie zu jeder Schlacht. Dort
wählen sie die Männer aus, denen der Tod bestimmt ist, und entscheiden, wer
siegt.
Loki hatte der
Sif hinterlistig
alles Haar abgeschoren. Als Þór dies gewahr wurde, ergriff er
Loki und
hätte ihm alle Knochen zerschlagen, wenn jener nicht geschworen hätte, die
Schwarzalben zu überreden, Sif Haare aus Gold zu machen, die wie anderes Haar
wachsen sollten.
Darauf fuhr Loki zu den Zwergen, die Ivalds Söhne heissen. Diese fertigten
für ihn das Haar und zugleich das Schiff Skiðblaðnir und
Óðinns Speer,
der Gungnir heisst. Da wettete Loki mit dem Zwerg
Brokk um seinen Kopf, dass
dessen Bruder Sindri nicht drei gleichwertige Kleinodien schaffen könnte.
Als sie zu der Schmiede kamen, legte Sindri eine Schweinshaut in die Esse und
gebot Brokk zu blasen und nicht eher aufzuhören, bis er aus der Esse nähme,
was er hineinglegt. Doch sobald Sindri aus der Schmiede gegangen war und
Brokk
blies, setzte sich eine Fliege auf seine Hand und stach ihn. Dennoch hörte er
nicht mit dem Blasen auf, bis der Schmied das Werk aus der Esse nahm. Dies war
ein Eber mit goldenen Borsten.
Darauf legte Sindri Gold ins Feuer und gebot ihm, zu blasen und nicht eher mit
dem Blasen aufzuhören, bis er zurückkäme. Er ging hinaus, aber die Fliege
kam wieder, setzte sich jenem auf den Hals und stach nun noch einmal so stark;
doch fuhr er fort zu blasen, bis der Schmied den Goldring Draupnir aus der
Esse zog.
Darauf legte er Eisen in die Esse und hiess ihn blasen und sagte, alles sei
vergebens, wenn er beim Blasen innehielte. Da setzte sich ihm eine Fliege
zwischen die Augen und stach ihm in die Augenlider. Als das Blut ihm in die
Augen tropfte, dass er nichts mehr sah, griff er schnell mit der Hand zu,
während der Blasebalg ruhte, und jagte die Fliege fort. Da kam der Schmied
zurück und sagte, dass beinahe alles verdorben wäre, was in der Esse läge.
Darauf zog er den Hammer Mjöllnir aus der Esse. Alle diese Kleinodien gab er
darauf seinem Bruder Brokk und hiess ihn damit gen Asgard zu fahren, die Wette
einzulösen.
Als nun Brokk und Loki ihre Kleinodien brachten, setzten sich die Götter auf ihre Richterstühle, und es sollte das Urteil gelten, das Óðinn, Þór und Frey fällten.
Doch Loki, die giftige Natter, lebte mitten unter ihnen. Frigg liebte ihren Sohn Baldur innig. Düstere Prophezeiungen liessen ihr keine Ruhe, bis alle Dinge, die ihm hätten Schaden zufügen können, ihr geschworen hatten, Baldur zu verschonen. Jetzt brauchten sich die Götter keine Sorgen mehr um das Leben des Liebsten unter ihnen zu machen. Sie amüsierten sich damit, ihn als Zielscheibe bei ihren Waffenübungen zu haben. Wurfspiesse, Steine und andere Waffen konnten ihm keinen Schaden zufügen. Doch Loki, der Unheilstifter, war schlauer als alle anderen in Asgard lebenden Götter, die Fimbultýr geschaffen hatte. Er ging zum blinden Gott Höður und reichte ihm einen jungen Mistelzweig. Das Geschoss durchbohrte Baldur, und er fiel tot zur Erde. Er musste Walhalla den Rücken kehren und begab sich zur Wohnstätte der blassen Hel, von wo er nicht wiederkehrte. Loki wird von den Göttern gefangen, gefesselt und gefoltert. Doch die Unschuld hat ein Ende. Bei den Menschen toben Kriege; Brüder erschlagen einander aus Habgier; es herrscht sündiges Treiben; Meineid und Lüge gelten mehr als die Wahrheit. Die Elemente geraten aus den Banden; Fimbulwinter setzt ein mit heulenden Stürmen und fürchterlichem Schneetreiben, das die Sonne verdunkelt.
Das Weltende naht, die Götterdämmerung tritt ein. Alle Fesseln und Bande, die Himmel und Erde zusammenhalten, zerreissen. Gut und Böse treffen sich zu einem letzten, alles vernichtenden Kampf. Loki erscheint mit seinen Kindern, dem Fenriswolf und der Midgardschlange, und der Heerschar der Riesen; der Riese Surt schleudert Feuer und Flamme über die Erde. Óðinn rückt mit seiner Heerschar der Götter und Einherier auf das Schlachtfeld. Fenriswolf verschlingt Óðinn. Viðar, der Schweigsame, setzt seinen Fuss auf den Unterkiefer des Ungeheuers; mit der Hand greift er den Oberkiefer und reisst den Rachen entzwei. Daran stirbt der Wolf. Frey kämpft gegen Surt, sie teilen fürchterliche Schläge aus, bevor Frey fällt. Heimðal und Loki kämpfen und bringen einander um. Ebenso Týr und der Höllenhund Garm. Þór erschlägt mit seinem Hammer Mjöllnir die Midgardschlange, doch vermag er nur noch neun Schritte zurückzuweichen, bevor er durch den giftigen Atem der Schlange tödlich getroffen zu Boden sinkt. Rauchwolken hüllen die Weltesche Yggdrasill ein, Flammen schiessen hoch in den Himmel. Die Gräber der Götter, Riesen und Menschen sinken ins Meer. Das Ende ist da. Dies ist Ragnarök, der Weltuntergang.
Doch nach der Finsternis kommt die Morgendämmerung. Die Erde taucht erneut aus dem Meer, wieder grün und schön, und Saat wächst von selbst auf den Feldern. Und wo zuvor noch Möwen auf den schaukelnden Wellen tanzten, wiegen sich nun goldene Ähren im Wind. Die Götter, darunter auch Baldur, erwachen zu neuem Leben. Der allmächtige Fimbultýr erscheint, der Gott der Ewigkeit, der Gott, den der Dichter der Edda nicht zu nennen wagt. Der Gott der Götter kommt zu den Asen und hält Gericht. Die Guten dürfen für immer in Gimle leben, wo sie mehr Ergötzen finden denn je. Doch die Eidbrüchigen und Mörder schickt er nach Náströnd, einem schrecklichen Saal, wo sie gepeinigt werden, bis sie von ihren Sünden geläutert sind. Dies ist die Wiedergeburt.
So glaubten die Wikinger, und so liess Óðinn die Lehre unter den Menschen verbreiten. In den isländischen Edden ist die Lehre aufgezeichnet.
Dies ist die Weltvorstellung der Wikinger.
aus der Edda von Snorri
Sturluson
(eine der besten Geschichtensammlungen des Mittelalters,
unschätzbare Quelle des Wissens über die nordische Mythologie)
Zusammenfassung mit Hilfe des Buches "Die Götter der Wikinger"
Textstellen
Bilder
Stammbaum
Saga
| Name | Verweis | Erkärung |
| Alben | Elfen, gutartige Wesen; die Lichtalben wohnen in Alfheim, die Schwarzalben unter der Erde | |
| Alfheim | die erste Welt, Albenwelt, Wohnort der Lichtalben | |
| Angurboda | Trollweib, hat mit Loki zusammen die Kinder Fenriswolf, Ermengand (Midgardschlange) und Hel | |
| Asen | das mächtige Geschlecht der Götter | |
| Asenbrücke | anderer Name für die Brücke Bifröst | |
| Asgard | die dritte Welt, Asenhof, Wohnstätte der Götter in der Mitte der Welt, mit Midgard durch den Regenbogen Bifröst verbunden | |
| Ask, Askur | der erste Mann, Bedeutung: Esche | |
| Audhumla | Name der Kuh, die Ýmir aufzog und Buri aus einem Eisblock leckte | |
| Austri | Zwerg, der am östlichen Ende der Welt sitzt und den Himmel trägt, wo Himmel und Erde sich berühren | |
| Baldur | Sohn von Óðinn und Frigg, Mann von Nanna; Götterliebling, der von Loki umgebracht wurde und somit zu Hel in die Unterwelt hinabsteigen musste. | |
| Bestla | Bórs Frau und Mutter von Óðinn | |
| Bifröst | die Regenbogen-Brücke von Asgard nach Midgard | |
| Bilskirnir | Festhalle in Þórs Königreich Þruðvang | |
| Bór | Buris Sohn, Vater von Óðinn, Ve und Vile | |
| Bragi | Gott der Dichtkunst, Sohn von Óðinn und Frigg, Ehemann von Iðunn, Bedeutung: der sich von anderen abhebt, Genie | |
| Breidablik | Baldurs Festhalle in Asgard | |
| Brisingamen | Brisingenschmuck; Freyjas Halsband, dem magische Kräfte nachgesagt werden | |
| Brokk | Zwerg, Bruder von Sindri | |
| Buri | Vater von Bór, die Kuh Audhumla leckte ihn aus einem Eisblock, Bedeutung: Grobian, Flegel, Geizhals | |
| Byleist | Bruder von Loki, Sohn von Laufey und dem Riesen Farbauti | |
| Bölthorn | Riese, Vater von Bestla | |
| Draupnir | Träufler; Óðinns Goldring, den er auf Baldurs Scheiterhaufen legte, von dem in jeder neunten Nacht acht neue Ringe abtropfen. | |
| Dvalin | Zwerg; das Geschlecht der Zwerge wird auch als Dvalins Söhne bezeichnet | |
| Edda | Name des Werkes von Snorri Sturluson. Stammt vermutlich vom Wort "Urgrossmutter" ab. | |
| Einherier | Bezeichnung der Helden, die im Kampf gefallen sind und bei Óðinn in Walhalla leben | |
| Embla | die erste Frau; ihr Mann war Askur, ihnen wurde das Land Midgard gegeben | |
| Ermengand | anderer Name für Midgardschlange | |
| Farbauti | Riese, Vater von Loki | |
| Fenriswolf | auch Fenrir genannt, Sohn von Loki und dem Trollweib Angurboda; er wurde von den Asen überlistet und mit Gleipnir gefesselt, die er bis zur Götterdämmerung tragen wird | |
| Fensalir | Friggs edler Hof | |
| Fimbultýr | allmächtiger Gott der Ewigkeit, Gott der Götter | |
| Fimbulwinter | drei Jahre andauernder Winter vor der Götterdämmerung | |
| Fjörgvin | Friggs Vater | |
| Folkvang | Wohnsitz von Freyja in Asgard | |
| Forseti | Schlichter von Streitigkeiten, bei ihm ist die beste Gerichtsstätte von Göttern und Menschen; Sohn von Nanna und Baldur, seine Festhalle heisst Glitnir (Glastheim) | |
| Freki | einer von Óðinns gierigen Wölfen | |
| Frey | Gott der Fruchtbarkeit, der Gebende, Sohn von Njörd | |
| Freyja | Liebesgöttin, Tochter von Njörd, Frau von Óður; wenn sie in die Schlacht reitet, gehört die Hälfte der Gefallenen ihr, die andere Óðinn | |
| Frigg | Óðinns Frau und höchste der Asinnen, ihr gehört der Hof Fensalir, sie kennt das Schicksal der Menschen, macht aber keine Prophezeiungen | |
| Garm | auch Garmur, Höllenhund, liegt vor der Gnipahöhle angebunden; kämpft bei der Götterdämmerung mit Týr. Bedeutung: Armer, armes Würstchen | |
| Geri | einer von Óðinns gierigen Wölfen | |
| Gimle | auch Vingolf genannt; gegen Feuer geschützter Platz. Die schönste Halle in Asgard und der beste Platz nach der Götterdämmerung. | |
| Ginnungagap | gähnender Abgrund zwischen Muspell und Niflheim vor der Erschaffung der Welt | |
| Gjallarhorn | Heimðals Horn, das in allen Welten gehört wird; sowie von Mímir als Trinkgefäss verwendet wird. | |
| Gladsheim | "Frohheim", Tempel in Asgard, wo sich Óðinns Hochsitz und die sitze der zwölf Götter befinden | |
| Gleipnir | die unlösbare Fessel des Fenriswolfs, die aus dem Geräusch von schleichenden Katzen, dem Barthaar einer Frau, den Wurzeln eines Berges, den Sehnen eines Bären, dem Atem eines Fisches und dem Speichel eines Vogels gefertigt wurde. | |
| Glitnir | Forsetis Festhalle mit goldenen Säulen und einem Dach aus Silber | |
| Gnipahöhle | am Eingang zu Niflheim; vor der Höhle liegt der Höllenhund Garm angebunden. | |
| Götterdämmerung | kurz vor dem Weltuntergang Ragnarök treffen Gut und Böse zu einem alles vernichtenden letzten Kampf zusammen | |
| Grimnismál | Lied von Óðinn, das er sprach, als er unter dem Namen Grimnir bei König Geirröð acht Nächte lang zwischen zwei Feuern gepeinigt wurde, bis er zu dessen Sohn Agnar redete. | |
| Gullintanni | Goldzahn; ein anderer Name von Heimðal, der Zähne aus Gold hat | |
| Gulltopp | Goldschopf; Heimðals Pferd | |
| Gungnir | Óðinns Speer, der niemals sein Ziel verfehlt | |
| Gædingar | Pferde der Götter, extrem gute Reitpferde | |
| Hati | Der Wolf Hati aus dem Geschlecht Fenrirs, als Mondhund (Mánagarm) bezeichnet, wird beim Weltuntergang den Mond verschlingen. | |
| Heimðal | Hüter der Götter, Hüter von Asgard, Bedeutung: der Welthelle | |
| Hel | Lokis Tochter, Herrscherin über die Unterwelt und über die neunte Welt Niflheim | |
| Helblindi | Bruder von Loki, Sohn von Laufey und dem Riesen Farbauti | |
| Himinbjörg | Heimðals Wohnsitz am Fusse der Asenbrücke Bifröst. | |
| Hlidskjalf | Óðinns Hochsitz, von wo aus er die ganze Welt überblicken kann | |
| Hnoss | Freyjas und Óðurs Tochter; sie ist so schön, dass nach ihr alles benannt ist, was schön und kostbar ist; Bedeutung: Kostbarkeit | |
| Hringhorni | Baldurs Schiff | |
| Hrymur | der Riese, der beim Weltuntergang das Schiff Naglfar steuert | |
| Huginn | einer von Óðinns Raben, die für ihn die Welten auskundschaften | |
| Hvasir | kluger Mensch, der von den Göttern aus Speichel geschaffen wurde; aus seinem Blut - mit Honig vermischt - entstand der Dichtermet | |
| Hvergelmir | Brunnen unter derjenigen Wurzel von Yggdrasill, die nach Niflheim reicht, aus ihm entspringt der Höllenfluss Slidur. | |
| Höður | der blinde Gott, der Baldur tötete; Bedeutung: Krieger | |
| Hönir | Gott, der dem Menschen den Sinn (Verstand und Beweglichkeit) gab | |
| Idafeld | Ebene in Asgard, wo sich die Asen zuerst nieder liessen und ihre Säle errichteten. | |
| Iðunn | Asin, Frau von Bragi. Sie bewahrt die Äpfel, die ewige Jugend spenden. | |
| Ivald | Vater der Zwerge, die das Schiff Skiðblaðnir schmiedeten. | |
| Jötunheim | Riesenheim, Heimat der Riesen | |
| Laufey | Mutter von Loki | |
| Loður | Gott, der dem Menschen Gestalt, Sprache, Gehör- und Gesichtssinn gab | |
| Loki | der Unheilstifter unter den Göttern, Sohn von dem Riesen Farbauti, Vater von Fenriswolf, Midgardschlange und Hel | |
| Mánagarm | Der Mondhund Hati, aus dem Geschlecht Fenrirs, wird beim Weltuntergang den Mond verschlingen. | |
| Midgard | Von den Göttern gebaute Festung, in der die Menschen leben. Die Mauern sind aus Ýmirs Augenbrauen geschaffen. | |
| Midgardschlange | Weltschlange, auch Ermengand, Lokis Kind. Sie schlingt sich am Boden der Ozeane um den ganzen Erdkreis und beisst sich in den eigenen Schwanz. | |
| Mimir | Besitzer des Mimirbrunnens (Brunnen der Weisheit). Sein Name bedeutet Gedächtnis; er ist voll Weisheit, da er täglich mit dem Gjallarhorn aus seinem Brunnen trinkt. | |
| Mimirbrunnen | Brunnen der Weisheit, der Mimir gehört und sich unter derjenigen Wurzel von Yggdrasill befindet, die zu den Reifriesen reicht. | |
| Mjöllnir | Þórs Hammer | |
| Munin | einer von Óðinns Raben, die für ihn die Welten auskundschaften | |
| Muspell | die zweite Welt, das Feuerreich im Süden, der Eingang wird vom Riesen Surt bewacht | |
| Naglfar | Schiff aus Nägeln der Toten, die aus Lieblosigkeit unbestattet blieben. Es wird beim Weltuntergang vom Riesen Hrymur gesteuert. | |
| Nanna | Baldurs Frau, Blütengöttin | |
| Narvi | Sohn von Loki und Sigyn | |
| Náströnd | Totenstrand; dort leben nach der Götterdämmerung Eidbrüchige und Mörder | |
| Nidhöggur | Leichenfressender Drache, Lindwurm, der unter der Weltesche Yggdrasill sitzt und an derern Wurzel saugt. | |
| Niflheim | die neunte Welt, Nebelwelt, wird von Hel beherrscht | |
| Njörd | Gott von Wind, See und Feuer. Er wird um glückliche Schifffahrt und Fischfang angerufen. Vater von Frey und Freyja, seine Frau ist Skadi | |
| Noatun | Njörds Halle in Asgard | |
| Nordri | Zwerg, der am nördlichen Ende der Welt sitzt und den Himmel trägt, wo Himmel und Erde sich berühren | |
| Nornen | Schicksalsgöttinnen. Sie stammen von göttlicher Herkunft, von Elfen oder von Zwergen ab. Am Urðbrunnen zur Wurzel von Yggdrasill sind die drei Jungfrauen Urður, Verðandi und Skuld. | |
| Óðinn | Wotan, Allvater, Walvater, hat viele Namen: Ginnar (Falke), Grímnir (der Verkleidete), Grímur (der Maskierte); der ranghöchste Gott. Bruder von Ve und Vili, Sohn von Bór und Bestla | |
| Óður | Freyjas Mann | |
| Ragnarök | der Weltuntergang; nach der Götterdämmerung versinkt die ganze Welt samt Götter, Riesen und Menschen im Meer | |
| Reifriesen | Erste Lebewesen. Alle Reifriesen waren böse. | |
| Rind | Mutter von Vali, einem Sohn von Óðinn | |
| Sessrumnir | Raum mit vielen Sitzen; Saal von Freyja in ihrer Wohnsitz Folkvang in Asgard | |
| Sif | Þórs Frau | |
| Sigyn | Lokis Frau, Mutter von Narvi | |
| Sindri | kunstfertiger Zwerg, Bruder von Brokk, der 'Funkensprühende' | |
| Skadi | Göttin des Skilaufs und der Jagd; Njörds Frau und Tochter des Riesen Þjassi | |
| Skiðblaðnir | Freys Schiff, das von Ivalds Söhnen geschmiedet wurde. Es ist gross und hat immer Fahrtwind, wohin man auch segeln will; es ist aber auch zusammenlegbar und kann in der Tasche getragen werden. | |
| Skuld | eine der drei Schicksalsnornen am Urðbrunnen unter einer Wurzel von Yggdrasill, Bedeutung: Zukunft | |
| Sleipnir | Óðinns achtbeiniges Pferd; geschmeidig, glatt | |
| Slidur | Höllenfluss, der in Niflheim dem Brunnen Hvergelmir entspringt und Schlamm und Schwerter durch Eitertäler schwemmt. | |
| Snorri Sturluson | Dichter der Snorri-Edda (altisländische Literatur) | |
| Sudri | Zwerg, der am südlichen Ende der Welt sitzt und den Himmel trägt, wo Himmel und Erde sich berühren | |
| Surt | Riese, bewacht den Eingang nach Muspell | |
| Sæhrimnir | der Eber, dessen Fleisch täglich in Walhalla gekocht und den Einheriern als Speise gereicht wird; in der Nacht erwacht er wieder zu Leben. | |
| Týr | der einhändige Kriegsgott, Sohn von Frigg | |
| Ullur | Gott der Jagd und des Skilaufs, Sohn von Sif, Stiefsohn von Þór | |
| Urðbrunnen | Brunnen unter der Wurzel von Yggdrasill, die zu den Asen reicht, wo die Götter Rat halten; am Urðbrunnen sind drei Nornen, die das Schicksal der Menschen bestimmen: Urður (Vergangenheit), Verðandi (Gegenwart) und Skuld (Zukunft) | |
| Urður | eine der drei Schicksalsnornen am Urðbrunnen unter einer Wurzel von Yggdrasill, Bedeutung: Vergangenheit | |
| Valaskjalf | Óðinns Wohnstätte in Asgard, von den Göttern aus reinem Silber gebaut und gedeckt | |
| Vali | kühner Kämpfer und Meisterschütze, Sohn von Óðinn und Rind. Kaum geboren rächte er seinen Bruder Baldur und erschlug Höður. | |
| Vanaheim | Wanenland, die Welt der Vanen (Wanen) | |
| Vanen | vornehmes und freundliches Geschlecht, den Asen ähnlich; leben in Vanaheim | |
| Ve | Bruder von Óðinn und Vili, Sohn von Bór und Bestla | |
| Verðandi | eine der drei Schicksalsnornen am Urðbrunnen unter einer Wurzel von Yggdrasill, Bedeutung: Gegenwart | |
| Vestri | Zwerg, der am westlichen Ende der Welt sitzt und den Himmel trägt, wo Himmel und Erde sich berühren | |
| Viðar | der schweigsame Gott, er ist fast so stark wie Þór und tötet bei der Götterdämmerung den Fenriswolf | |
| Vili | Bruder von Óðinn und Ve, Sohn von Bór und Bestla | |
| Vingolf | Anderer Name für Gimle | |
| Völuspá | Weissagung der Seherin, mythisches Gedicht von Weltanfang und -ende in der Lieder-Edda. | |
| Walhalla | Halle der Geschlagenen, Óðinns Halle in Asgard, wo die Einherier bewirtet werden | |
| Walküren (Valkyrja) |
Óðinns Dienerinnen in Walhalla, sie kümmern sich um die Gedecke und Trinkgefässe, sie schenken den Einheriern Bier ein; sie begeben sich im Auftrag Óðinns zu den Schlachtfeldern, wo sie über Tod und Sieg bestimmen. | |
| Yggdrasill | die Weltesche, Hauptsitz und heilige Stätte der Götter im Zentrum der Welt; sie wird von drei Wurzeln aufrecht gehalten: die eine reicht zu den Asen und ernährt sich vom Urðbrunnen, die andere zu den Reifriesen zum Mimirbrunnen und die letzte nach Niflheim zum Brunnen Hvergelmir. | |
| Ýmir | Riese. Erstes Lebewesen, wurde von der Kuh Audhumla aufgezogen. Von ihm stammt das Geschlecht der Reifriesen ab. Aus ihm wurde die Welt erschaffen. | |
| Þrymsheim | Sturmheim, Wohnstätte des Riesen Þjassi; nach seinem Tod lebte dort seine Tochter Skadi | |
| Þjassi | Riese, Vater von Skadi, lebt in Þrymsheim | |
| Þór | Thor, der Donnergott. Nach seinem Vater Óðinn der zweithöchste der Asen, der stärkste von allen Göttern und Menschen. | |
| Þruðvang | Þórs Königreich |
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